Fremde Modelle

Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen. (Buckminster Fuller)

Lawrence Weiner | Kunsthaus Bregenz

Es war eine sehr grosse Freude für mich, Lawrence Weiner [1942 Bronx, New York] im Rahmen einer Videoproduktion für das Kunsthaus Bregenz persönlich kennen zu lernen. Ein sehr interessanter Mensch mit sehr grosser Ausstrahlung und übergrossem Wissen. Bemerkenswert für mich. Anbei ein kleiner Teaser für die Ausstellung von Lawrence Weiner im KUB | 2016. Ein Begründer der Konzeptkunst.

KUB 2016.04 Lawrence Weiner WHEREWITHAL | WAS ES BRAUCHT – official Trailer

Trailer Lawrence Weiner | Kunsthaus Bregenz from Hansjörg Kapeller on Vimeo.

Statements – Paragraphs on Conceptual Art
Der Künstler kann das Werk herstellen. (The artist may construct the piece)
Das Werk kann angefertigt werden. (The piece may be fabricated)
Das Werk braucht nicht ausgeführt zu werden. (The piece need not be built)
Jede Möglichkeit ist gleichwertig und entspricht der Absicht des Künstlers, die Entscheidung über die Ausführung liegt beim Empfänger zum Zeitpunkt des Empfangs. (Each being equal and consistent with the intent of the artist the decision as to condition rests with the receiver upon the occasion of receivership)

The Embalmer – Berlinde De Bruyckere

The Embalmer

An Exhibition at two Venues
Kunsthaus Bregenz | Kunstraum Dornbirn | 2015

Berlinde De Bruyckere (born 1964 in Ghent) has risen to prominence through numerous exhibitions, in Montreal, Melbourne, Istanbul, Bern, Graz, and Ghent, amongst other places. In 2013 she staged the Belgian Pavilion at the Venice Biennale. The artist employs casts from wax and artificial resin, animal hides, metal, wood, and fabric in her sculptures. Her works open up multiple references to art historical traditions, and Christian and mythological subject matter.
The exhibition The Embalmer in cooperation with Kunstraum Dornbirn has been conceived as an exhibition for two venues.
A large-scale installation of Berlinde De Bruyckere’s new horse sculptures will be on display at Kunstraum Dornbirn concurrently to the presentation at Kunsthaus Bregenz, which will include sculptures, installations, drawings, and collages. [snip and paste – Einladungsheft Kunsthaus Bregenz]

 

Tote Pferde, Trauer, Trost und ersehnte Hoffnung

Die Kurz-Doku über die Symbiose des Dyptichons zwischen zwei Ausstellungsräumen, dem Kunstraum Dornbirn und dem Kunsthaus Bregenz, katalysiert durch eine belgische Künstlerin, Berlinde de Bruyckere ist wirklich und wahrhaftig eine Sache, welche unter die Haut geht und dabei Abschnitte von Zeit und Emotion von Geschichte und deren Überträge seit jeher eingegraben und schlummernd verweilend im Betrachter, im Ausstellungsbesucher in der Form eines Diaphragmas an die Oberfläche spült, polymorph konserviert und ungeformt, in einer unmöglich zu widerstehenden Einfachheit darstellt.

Es kann gut sein, und das kann bei der Betrachtung dem kunstoffenen Besucher fast schon aufdringlich widerfahren, dass die visuelle Resorption der dargestellten Wirklichkeiten durch die Objekte von Berlinde de Bruyckere eine Art von spontaner und emotionaler Katalyse freisetzt. Vielleicht gleich, einer angehauchten Selbstentzündung im geistigen und emotionalen Bereich des eigenen Ich-Erlebens. Dies,  gefolgt durch den innigen Wunsch, einer tröstenden und seelen-selbstheilenden Umarmung der Einzelobjekte jedes einzelnen Teils ihrer Installation, in tiefer Trauer und zugleich einer hoffnungsvollen und visionären Geisteshaltung für sich selber und gegenüber der Menschheit und der besiedelten Welt.

Geht hin und umarmt. Zumindest im Geiste.

[extended video-feature  []  following in a few days]

 

The Embalmer 

Kunstraum Dornbirn – 17 | 04 – 5 | 07 | 2015

Kunsthaus Bregenz – 18 | 04 – 05 | 07 | 2015

Von Mohnblumen, Narzissen und Fluginsekten

„Man findet in der Wirklichkeit keine Paradiese, wie sie auf der Leinwand Claude Lorrains erstrahlen. […] Kurz, auf der ganzen Oberfläche der Erde wird man keinen Punkt finden können, von dem aus gesehen die Komposition der Landschaft für ein künstlerisches Auge nicht irgendeinen Fehler enthält“, ließ Edgar Allan Poe 1847 seinen Besucher der „idealen“ Gartenarchitektur des Guts zu Arnheim sinnieren. Auch wenn die „einzelnen Bestandteile“ einer naturgegebenen Landschaft „jedes Menschenkünstlers Hohn“ sprächen, bedürfe „die Zusammensetzung dieser Teile“ doch stets der gestaltenden Verbesserung durch diesen. [snip stefanwaibel.at]

Ich, Felder. Dichter und Rebell

28. Juni bis 16. November 2014 Pressetext Kurzfassung
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Franz Michael Felder Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek / Vorarlberger Literaturarchiv
Zu Felders 175. Geburtstag zeigt das vorarlberg museum vom 28. Juni bis zum 16. November 2014 die Ausstellung »Ich, Felder. Dichter und Rebell«. Der früh verstorbene Schriftsteller (13.5.1839 – 26.4.1869), Bauer und Sozialreformer aus Schoppernau im Bregenzerwald zählt zu den legendären Vorarlbergern. Für die einen ist er der Landesdichter, für die anderen ein Rebell. Sein kurzes und intensives Leben war geprägt vom Willen nach Veränderung in Gesellschaft, Literatur und Politik. Felders Name steht für Mut und Aufklärung, für Utopie und Widerstand, für Tradition und Erneuerung. Die Schau präsentiert Franz Michael Felders außergewöhnliches und dramatisches Leben und sein vielschichtiges Werk. Es ist heute aktueller denn je.
Felder schreibt als erster Bauer Erzählungen und Romane aus dem Dorfleben, gründet eine der ersten Leihbibliotheken der Monarchie, eine Sennerei-Genossenschaft und die »Vorarlberg’sche Partei der Gleichberechtigung«. Felders Themen wie der Konflikt zwischen Arm und Reich, die Suche nach neuen regionalen Organisationsformen, die Emanzipation durch Bildung sowie die Wahrhaftigkeit von Literatur werden heute wieder weltweit intensiv diskutiert.

Die Ausstellung gliedert sich in drei große Abschnitte, die auf verschiedene Art Felders Leben und Werk thematisieren. Der erste Teil orientiert sich an seiner Biografie: Der Verlust eines Auges, die Liebe seines Lebens, das Verlangen nach Literatur, das Netzwerk an Freunden, die Widerstände gegen sein Tun. Vertraut gemacht mit der Lebenssituation und den Arbeitsbedingungen des Autors begegnen die Besucher im zweiten Teil der Ausstellung den eigentlichen Werken Franz Michael Felders. Im dritten und letzten Teil öffnet sich die Ausstellung zu einer medialen Inszenierung des Nachlebens und interpretiert »Ich, Felder« neu. So werden vier Romane von Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur nacherzählt. Sieben weitere Positionen zu Felder in Form von Interviews reflektieren die politischen Vereinnahmungen oder die Umstände seines Todes. Eher spielerisch und locker hingegen sind die Interviews mit einer Grafologin oder einer Astrologin. Am Ende der Schau wird der Besucher eingeladen selber Felder laut vorzulesen.

Haydn hervorgekramt

Eine alte, mir am Herzen liegende Geschichte. Ein frühes Making Of.
Erschienen ist die Audio-CD mit Buch im Bucher Verlag. Die Lebenskunst des Joseph Haydn, epos:quartett, CD im Buch, Bucher Verlag, Hohenems 2011, ISBN 978-3-99018-092-1.

 

„Das epos:quartett spielt diese Werke so seelenvoll und inspiriert …“, so äußert sich Dagmar Munck von SWR 2 begeistert über die Haydn-CD, die das epos:quartett im April 2011 in St. Gerold aufgenommen hat. „Das epos:quartett nahm […] durch sein sprechendes, fein ausgehorchtes Zusammenspiel für sich ein“, schrieb Katharina von Glasenapp in der „Neue Vorarlberger Tageszeitung“.

Alle Mitglieder bringen ihre reiche Erfahrung in die Probenprozesse ein und bereichern sich so gegenseitig. Zahlreiche Rundfunkaufnahmen wurden 2011 durch die erste CD-Einspielung mit Haydn-Quartetten ergänzt, die begeisterte Reaktionen ausgelöst hat. 2013 war das Quartett u.a. im Haydn-Haus in Wien zu hören. [snip pfrote.at]

Klaus Christa arbeitet als Interpret für neue Musik mit KomponistInnen wie Sofia Gubaidulina und George Crumb intensiv zusammen. Mit Thomas Engel gründete er als künstlerischer Leiter von „musik in der pforte“ eine innovative und erfolgreiche Konzertreihe.

Friedemann Wezel hat sich als Solist und musikalischer Leiter des Ensembles il capriccio einen bemerkenswerten Ruf erworben. Er gibt regelmäßig international Kurse für Violine, Kammermusik und historisch informierte Aufführungspraxis und gründete die „Streicherakademie il capriccio“. 2006 folgte Friedemann Wezel einem Ruf als Professor für Violine an die Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig, dort leitet er zudem die Nachwuchsförderklasse der Hochschule.

Conradin Brotbek unterrichtet er an der Hochschule der Künste Bern eine Konzert- und Solistenklasse für Violoncello und eine Kammermusikklasse und seit 2001 an der Internationale Sommer-Akademie Lenk. 2007 wurde er als Professor für Violoncello an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart berufen.

Brigitte Fatton erhielt im Jahre 2001 ein Fellowship der Guildhall School. In diesem Zusammenhang organisierte sie die „Silk Street Concert Series“ und eine Gesamtaufführung der „Hommages à Paul Sacher“. Brigitte Fatton ist Preisträgerin der Kiefer Hablitzel Stiftung und des Migros-Genossenschaftsbundes und erhielt 1. Preise an Wettbewerben in der Schweiz, Bulgarien und England.

Christine Busch wirkte beim Concentus Musicus Wien (Nikolaus Harnoncourt), beim Chamber Orchestra of Europe (Claudio Abbado) und beim Freiburger Barockorchester.  Als Konzertmeisterin arbeitete sie mit Philippe Herreweghe und Thomas Hengelbrock zusammen. Ab 1997 unterrichtete sie als Professorin an der Hochschule der Künste Berlin und folgte dann im Jahr 2000 einem Ruf an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst nach Stuttgart.

Ich erzähle über die Liebe

Kinotrailer für Kino Rio zur Veranstaltungsreihe des Montforthauses *anfangen – über das beginnen*
Eine installative Symbiose von barocker Musik und erzählerischen Projektionen unter der künstlerischen Leitung von Folkert Uhde und Hans-Joachim Gögl. Eine ikonische Kameraeinstellung, plain, einfach, gerade, die Pose des Portraits unterstützend, abstrahiert das Umfeld, fokussiert die Person, fokussiert ihre Geste und ihre Erzählung.

Liebeslieder im Dialog

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so schreibt Montfort: [ »Liebesanfänge – Ein Archiv erster Begegnungen« ist der Anfang eines Storytelling-Projekts, das die »Montforter Zwischentöne« gemeinsam mit Mark Riklin (Meldestelle für Glücksmomente) realisieren. Der Schweizer Künstler ist auch im »Salon Paula« und in der »Großen Hausmusik« zu erleben. 

Der letzte Abend der ersten »Montforter Zwischentöne « gehört noch einmal dem Anfang der Liebe. Kaum eine Musikepoche lebte so von der Beschreibung emotionaler Zustände wie das Barock. Erklärtes Ziel der Komponisten dieser Zeit war es aber nicht, Leidenschaften musikalisch zu schildern. Nein, die Leidenschaften der Zuhörer zu wecken, das war die Mission dieser Werke. Dafür konnten wir eine der derzeit wohl bestmöglichen Konstellationen für den Abschluss unserer Reihe rund um das Thema »anfangen« gewinnen. ]

Die audiovisuelle Installation, das Mapping und eingebettete Sequenzen in eine barocke Musikaufführung war spannend. Der Output, der Dialog und Symbiose von Liebe, Emotion, Streicheleinheiten für die Seele und Kunst bemerkenswert. Vielen Dank an Folkert Uhde, Mark Riklin, Hans-Joachim Gögl, Susanne Janetzki, Edgar Eller und allen beteiligten für die angenehme und spannende Zusammenarbeit.

Jailhouse

Abgedreht. Gespannt sind wir nun nicht mehr wirklich. Das Minidrama sagt alles, wenn auch mit kargen und reduzierten Worten. Aber alles. Gestik, Mimik und das Spiel selbst erklären vehement und schreiend.

Wolfgang Schnetzer | Text und Regie

Betram Seewald und Michael Heinzel | Schauspiel

Petra Gabrielli, Hansjörg Kapeller | filmische Dramaturgie – Location-Setup

Jailhouse Wolfgang Schnetzer

Jailhouse